Donnerstag, 28. Juni 2012

David Kushner - Jacked (2012)

jacked


 David Kushner's Buch JACKED über Rockstar und die GTA-Reihe ist im Gegensatz zu MASTERS OF DOOM von ihm nicht wirklich von den Machern abgesegnet. Was im Buchtitel auch gleich mit in den Titel verarbeitet worden ist. Das vermindert aber nicht das Lesevergnügen. Wie schon in MoD schreibt Kushner zwar aus der Sicht als Fan und Spieler, aber eben auch mit genug Abstand, das er auch die andere Seite beleuchtet und relativ objektiv über Gegner von Action-Shooter-Spielen berichtet. Hier beleuchtet er die Geschichte des britischen Entwicklerstudios Rockstar und eben insbesondere die GTA-Serie, die insbesondere ab Teil 3 genauso Spielegeschichte geschrieben hat wie DOOM oder SIMCITY. Das Spielkonzept stand bekanntlich schon ab den ersten Teil, aber der richtige Knaller wurde es erst als mit Teil 3 der Schritt von der Draufsicht in die 3D-Sicht gegangen wurde. Das Buch gibt es wieder eben auch schon MoD nur auf englisch und wird auch voraussichtlich nicht in deutsch erscheinen. Lesenswert ist es auf jedenfalls, auch wenn man die Geschichte schon aus diversen Berichten und Interviews kennt, trägt Kushner das alles hier in seinem Buch zusammen. Besonders eben auch den Wirbel um den sogenannten Hot-Coffee-Mod in GTA:SA, der eigentlich kein Mod war, sondern ursprünglich ein Minispiel, das Bestandteil des „Erwachsenen“-Spiels war und aus Zeitgründen nicht mehr aus Gamecode entfernt wurde.

Der Hot-Coffee-Mod hat aber eben gut die Unterschiede zwischen den USA und Europa gezeigt. Wurde das Spiel hier in Deutschland um ein paar Blutlachen entschärft, die in den USA so keinen richtig auf die Palme brachten, so gab es hier nur ein Schulterzucken zu den Hot-Coffee-Mod, der im prüden Amerika zu Weltuntergangsszenarien führte. „Oh mein Gott! Sex in einen Erwachsenenspiel!“ Kushner dokumentiert hier gut die Hysterie die in den USA ausgelöst wurde. Pervers wenn man dann ließt das Walmart das Spiel aus den Regalen nahm, aber weiter Waffen verkaufte. Scharfe Waffen wohlgemerkt.

Das Buch und die kürzlich für Android erschienen 10th-Aniversery-Edition von GTA3 hat mich dann an meine eigene Geschichte mit der GTA-Serie erinnern lassen. Nun Spiele ich also im Moment GTA3 auf Smartphone und Tablet. Bedingt durch die Touchscreen-Steuerung ist das natürlich nicht so richtig toll, aber ich staune darüber wie gut die Grafik auf den kleinen mobilen Geräten aussieht. Quasi für GTA3 hatte ich mir Ende 2002 einen neuen Rechner gekauft, denn auf dem Rechner davor lief das Spiel nicht nur so langsam das es eher einer Diashow gleich kam, sondern auch meine alte 3DFX-Karte produzierte mehr Grafikfehler als Spaß. Auf dem neuen Rechner hatte das dann richtig chic ausgesehen. Und heute spiele ich das selbe Spiel 10 Jahre Später quasi auf dem Handy mit 1:1-Grafik.

Teil 1 und 2 hatte ich nicht besonders gemocht. Die Spielidee und eben die „Offene-Welt“ hatte mich schon gereizt, aber die Draufsicht hatte mich doch sehr abgetornt. Aber dann kam ja GTA3. So ein „Wow“-Effekt hatte ich seit 1999 mit QUAKE 3 nicht mehr gehabt. Die Missionen waren alle recht nett und natürlich kam hier der übliche Effekt zum tragen „Das-muss-doch-zu-schaffen-sein“, doch habe ich die Missionen in GTA3 nie durchgespielt. Erst bei GTA:VC hatte ich es bis in die letzte Mission geschafft. Aber bei GTA 3 war es dann ziemlich schnell viel spannender gewesen durch Liberty City zu fahren oder zu laufen. Dann gab es auch von Anfang an eine große Mod-Szene. Von neuen Skins, über Massen an neuen Autos, zu neuen Mission, bis hin zu Total-Conversations. Wie gesagt, so richtig Fan wurde ich erst mit GTA:VC und dann SA. Da passte alles. Cooles Design, Music und Missionen. Die offene Welt war unglaublich. Die Möglichkeiten, selbst nach dem man (fast) alle Missionen durch hatte, schier unendlich.

Gerade an kalten, düsteren Wintertagen und -abenden gab es nichts besseres als sich nach Vice City zu begeben. Ein bisschen durch die Stadt cruisen. Gern auch mal mit dem Motorrad. Dabei durch die Sender schalten oder sich per MP3-Verzeichnis eigene Sachen anhören. Mal am Strand fahren und sich den Sonnenuntergang anschauen. Mit einem Helicopter rumfliegen oder mit einem Boot um die Stadt herumfahren. Auch und besonders in San Andreas war das dann natürlich auch möglich. Viel größeres Areal natürlich. Schöne Überlandfahrten. Besonders schönes Feature: Es muss ja nicht immer eine Waffe sein, die man im Spiel in der Hand halten musste/konnte, sondern in SA auch eine Photoapparat. Ganz wunderbar! Nicht immer nur ein Zielfernrohr der Snipergun, sondern auch mal ein Photosucher.

Zu GTA IV kann ich nicht so viel sagen. Das läuft auf meinen Rechner nicht so richtig. Vielleicht ist wie vor 10 Jahren und zu GTA III-Zeiten mal wieder ein neuer Rechner nötig um Liberty City wieder richtig besuchen zu können. Und GTA V steht auch schon in den Startlöchern!

1 Kommentar:

rollinger hat gesagt…

Danke Henk, wie immer große Klasse von Dir! Habs gleich mal überall verbreitet. Von twitter bis g+ über facebook. :-)